Dem Coolness-Faktor Googles begegnen

In die Welt kann man auch mit einem Mittelständler, sagt Benjamin Würth beim Karrieretag Familienunternehmen

Die Vorzüge eines Familienunternehmens kennt Daniel Bechtel bereits. Der Bietigheimer arbeitet seit zehn Jahren bei einem Mittelständler. Doch mit seinen 29 Jahren will er sich noch einmal verändern. Der Karrieretag Familienunternehmen bei der Würth-Gruppe in Künzelsau bietet hier konzentriert Karrierechancen für so genannte Young Professionals zwischen 20 und 30 Jahren wie Bechtel. 600 Kandidaten Ein wenig Exklusivität ist dabei erwünscht. „Wir haben 600 Kandidaten eingeladen, bei 1200 Bewerbern“, sagt Stefan Klemm, Mitgründer des veranstaltenden Entrepreneurs Club. Doch es geht darum, dass die Vertreter der 51 teilnehmenden Firmen genügend Zeit haben, sich um Besucher zu kümmern. „Wir haben im Vorfeld bereits 28 Gespräche mit Interessenten ausgemacht“, erzählt Irina Windsheimer vom Mulfinger Ventilatorenhersteller EBM-Papst. „Und wir hoffen, dass wir eine Handvoll mitnehmen können.“ Welche Bedeutung die Fachkräftegewinnung für die Unternehmen im ländlichen Raum hat, das wissen auch Maria und Benjamin Würth,
die Enkel von Reinhold Würth, die an diesem Tag die Familie des Gastgebers vertreten. „Nach Corona hatte man das Gefühl, die Menschen sind verschwunden. Alle weg“, sagt Benjamin Würth, der im Stiftungsaufsichtsrat der Würth-Gruppe sitzt. Er wisse, dass Familienunternehmen immer etwas im Hintertreffen
seien, was das Image angeht. „Es ist cool, für Google zu arbeiten.“ Damit verbinde man tolle Arbeitsorte auf der Welt. Doch die könnten auch Unternehmen wie Würth bieten. Schließlich sind die Künzelsauer in 80 Ländern der Welt aktiv. Dazu kommt die Unternehmenskultur, zu der bei Würth auch Kunst gehört, wie Maria Würth betont. „Unser Großvater hat schon vor über 50 Jahren gesagt, wie wichtig es ist, das im Unternehmen zu integrieren.“ Dabei gehe es nicht um den Gewinn, sondern ums Herz. „Das macht etwas mit den Mitarbeitenden, wenn man ein schönes Umfeld hat.“ Und um dieses Feld kümmert sie sich seit einem Jahr als stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin für Kunst und Kultur. „Wenn Sie die beiden gehört haben, dann wissen Sie, warum ich noch immer hier arbeite“, kommentiert Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Und er verrät, dass auch eine seiner Töchter
sich bei der Veranstaltung über mögliche Jobchancen informiert. Raus aus dem Versteck Von einem neu ausgebrochenen „Kampf um die Talente“ möchte Organisator Klemm allerdings nicht sprechen. Doch der Druck sei da. Und da müsse auch manches versteckte Familienunternehmen, mancher Hidden Champion, sichtbarer werden. „Über die letzten Jahre bricht das aber auf, und da spielt auch die Nachfolgegeneration häufig eine wichtige Rolle.“ Besonders als Arbeitgeber müssten die Unternehmen jetzt ihre Marken stärken. Starke Marken hat die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Entsprechend muss die Lidl-Personalrecruiterin keine Werbung mehr für das Unternehmen an sich machen. „Aber viele kennen eben nur unsere Filialen, von daher geht es schon darum,
unser Unternehmen vorzustellen“, sagt Lena Gramlich. Im Gespräch seien sie gerade auf einen interessanten Bereich gekommen, den ihr Gegenüber noch nicht kannte „Von daher hat es sich schon gelohnt“, sagt Daniel Bechtel. Auf den Karrieretag sei er schon vor Corona aufmerksam geworden, musste dann aber warten. „Ich bin froh, dass so etwas wieder möglich ist.“ Und so ist geschäftiges Treiben zu beobachten, bei den großen wie den kleinen Familienunternehmen
von Trumpf aus Ditzingen über Kärcher aus Winnenden, Berner, Bürkert, Gemü oder Ziehl-Abegg aus der hohenlohischen Nachbarschaft bis zur Stimme-Mediengruppe, die erstmals an der Veranstaltung teilnimmt und sich mit zahlreichen Bewerbern austauscht. Am Ende, schätzt Veranstalter Klemm, werden
an diesem Tag „etwa 150 bis 200 neue Jobs kreiert“.

Enkelgeneration

Es war der zweite gemeinsame Termin vonMaria (31) und Benjamin Würth (41) innerhalb von wenigen Tagen. Die Tochter von Bettina und der Sohn von Marion Würth wollen von „Ablösung“ oder „neuen Gesichtern“ aber nichts wissen. „Natürlich will unser Großvater, dass die Familie im Unternehmen bleibt.“ Von daher sei es richtig, dass sie gemeinsam – zu zweit, zu dritt oder zu fünft – das vertreten, wofür Würth stehe. Man teile sich das auf. „Und nicht nur das
Unternehmen wächst, sondern auch die Familie“ sagt Maria. Der Kontakt zu Reinhold Würth sei sehr eng, werde sogar zuletzt immer enger.

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